Komo-Head.gif

Bewegung zur Musik

Die Gruppe "Bewegung zur Musik" stellt in ihrer strikt auf zwei bis drei Betreute begrenzten Teilnehmerzahl einen geschützten Rahmen zur Verbesserung der Selbstwahrnehmung und des Selbstausdrucks für die seelisch behinderten Menschen dar, die sich über das Medium der Bewegung zur Musik besonders gut mit den eigenen Empfindungen auseinandersetzen können. Dabei erarbeiten die Teilnehmer auf spielerischem Weg einfache tänzerische Elemente und verschiedene Bewegungsabläufe, können eigene Ideen, Wünsche und Vorstellungen einbringen.

Durch das Einüben von aufeinanderfolgenden Bewegungsabläufen sollen das Körperempfinden und der Ausdruck der Teilnehmer gefördert und die Fähigkeit zur Koordination von Bewegungsabläufen verbessert werden nicht zuletzt mit dem Ziel, eine größere Sicherheit und Selbstverständlichkeit bei Bewegungen im öffentlichen Raum zu entwickeln. Über ein schrittweises Einführen und nach Möglichkeit teilweise eigenständiges Erarbeiten etwas schwierigerer Schrittkombinationen werden sowohl die Konzentration und Merkfähigkeit verbessert als auch die Frustrationstoleranz der einzelnen Teilnehmer - wenn es denn einmal nicht unmittelbar so gut funktioniert wie gewünscht - gesteigert. Außerdem können so eigene kreative Ressourcen (wieder-)entdeckt und weiter ausgebaut werden. Schließlich kann diese Gruppe als "Sprungbrett" dienen, um die Teilinehmer zu motivieren, zukünftig gegebenenfalls auch selbstständig sportlichen Freizeitaktivitäten nachgehen zu wollen.

Durch die kennzeichnenden Wechsel zwischen kraftvollen, schnellen und auch anstrengenden Bewegungen zur Musik einerseits und langsamen und ruhigen Entspannungsphasen andererseits kann diese Gruppenstunde gleichzeitig im Hinblick auf die Entwicklung langristig wirksamer Bewältigungsstrategien positive tieferliegende Entwicklungsprozesse in Gang setzen. Diese regelmäßigen Wiederholungen können als Übungsfeld und Modell für die Steigerung der Regulationsfähigkeit von Anspannungs- und Entspannungszuständen generell verstanden werden: Hier können die Teilnehmer die Erfahrung machen, dass Empfindungen nicht ewig dauern (Anspannung, übertragbar auf negativen Stress), sondern sich verändern (Entspannung), dass sie außerdem einen Einfluss auf den Prozess der Veränderung von Empfindungen nehmen können ("wenn ich in einer angespannten Situation bestimmte Bewegungen mache, hilft mir dies, die Situation zu enspannen"). Gleichzeitig wird die Wahrnehmung eigener Grenzen gefördert sowie die Fähigkeit, eigene Grenzen zu verbalisieren (zum Beispiel die Mitteilung, dass eine Übung zu viel ist und man aufhören möchte).