Verein zur Förderung der Wiedereingliederung psychisch- und Suchtkranker (komorbid Erkrankter) in der Städteregion Aachen e.V.

In unserer Perspektivgruppe erhalten die TeilnehmerInnen die Möglichkeit, ihre derzeitige Lebenssituation sowohl im Hinblick auf vorhandene Ressourcen als auch auf etwaige Mängel differenzierter wahrzunehmen, bisher nicht erkannte Zusammenhänge herzustellen oder auch durch die Erarbeitung milderer, wohlwollender Bewertungen bezüglich eigener "Unzulänglichkeiten" bisher gebundene Kapazitäten auf die Entwicklung realisierbarer Zukunftsvorstellungen zu richten.

Die Arbeit in der Perspektivgruppe verläuft immer Themen-bezogen. Beispielhaft sei hier eine Arbeitssequenz zum Thema "Gesellschaftliche Rollen" benannt: "Meine Lebensbereiche"; "Die Rollen, die ich in meinen Lebensbereichen einnehme"; "Die Erwartungen, die an mich in meiner Rolle in den einzelnen Lebensbereichen gestellt werden"; "Konflikte, die sich aus unterschiedlichen Rollenerwartungen innerhalb eines Lebensbereichs ergeben" oder "Welche Rolle möchte ich hier wählen?".

Zunächst setzen sich die TeilnehmerInnen in Stille mit dem Thema auseinander, dann erfolgt ein Austausch in der Gruppe. Manchmal werden kreative Methoden angewandt, ein anderes Mal erfolgt eine Materialsammlung an der Flipchart. Fast immer gibt es Überraschungen: Was der/die Eine als gelebte Erfahrung beiträgt, ist für den/die Andere(n) bisher undenkbar gewesen. So wird durch den Austausch in der Gruppe nach und nach eine Irritation rigider Überzeugungen möglich, ein Aufweichen überstrenger Bewertungen von eigenem Handeln und dem anderer, eine Idee davon, dass eine Einflussnahme auf solche Situationen möglich sein könnte, die bisher lediglich als zu erduldende erfahren wurden.

  

Und: Wer sich nicht als zur Duldung "verdammt" erlebt, der kann und muss handeln, sein Leben gestalten. Die Entwicklung konkreter erster Handlungsstrategien gehört zum Programm dieser Gruppe, ebenso die Reflexion der damit gemachten Erfahrungen. Auf diese Weise werden die TeilnehmerInnen zunehmend besser in die Lage versetzt, wiederkehrende Leid bringende Muster zu erkennen und neue, angemessenere Verhaltensweisen auszuprobieren.